„Herr Maier hat deine Freundschaftsanfrage bestätigt.“ – So oder so ähnlich könnte es von Facebook verkündet werden, wenn Lehrer und Schüler im sozialen Medium „Freundschaft“ schließen. Ein sicherlich sehr brisantes Thema! Ebenso sicher ist es, dass jeder bei diesem Thema seine eigene Meinung hat und es so handhabt wie er es will. Aber weil solche Themen in Zukunft wohl immer mehr in den Fokus rücken werden, kann es nicht schaden sich damit auseinanderzusetzen. Für mich persönlich steht definitiv fest, dass später wenn ich dann Lehrer bin, ich keine Freundschaftsanfragen von Schülern annehmen werde. Man kann sicherlich über ein zweites Profil nachdenken, welches dann aber wirklich nur für berufliche Zwecke dient. Darüber könnten Schüler Rückfragen oder sonstiges stellen und man kann diese beantworten, aber ich finde man sollte es auch nicht zu weit treiben. Um das Beispiel des Online-Artikels aufzugreifen, einer Schülerin beim Schreiben von Gedichten in ihrer Freizeit Hilfe zugeben, dass können manche Lehrer natürlich gerne machen wenn sie wollen, für mich persönlich ist das dann aber doch zu viel des Guten. Wie weit man die Distanz im Lehrer-Schüler-Verhältnis wahrt, ist schon immer eine schwere Frage gewesen, die auch sicherlich jeder für sich selbst beantworten muss. Auch Schüler darauf hinweisen, dass Fotos in ihren Profilen vielleicht nicht angemessen sind…schön das man sich darum kümmert, keine Frage, aber man sollte auch beachten, dass man sich so eventuell bei Schülern auch unbeliebt machen könnte und das Schüler durchaus auch in der Lage sind eigene Bilder zu kommentieren. Reaktionen wie „Das kann Ihnen doch egal sein“ oder „Das geht sie nix an“ können dafür sorgen, dass man sich Unmut von Schülern auflädt, gerade auch wenn man versucht über privates zu reden. Nachher erzählen diese es dann noch den Eltern und dann wollen die Eltern mit dem Lehrer reden und natürlich freut sich dann vielleicht manch ein ELternpaar, dass der Lehrer geholfen hat, aber sicherlich sagen manche auch, dass der Lehrer sich daraus zu halten hat.
In diesem Falle ist es dann auch verständlich, warum Lehrerverbände oder Politiker gegen solche „Freundschaften“ sind oder mindestens ein zweites „Berufs“-Profil fordern.

Ein anderes Beispiel aus dem Artikel…Nach einer Bitkom-Umfrage findet die Hälfte der Lehrer, dass Online-Diskussionen dem Unterricht gut tun könnten.
Umfrage Ergebnisse wie, Online-Diskussion könnten dem Unterricht gut tun, sind dabei für mich inhaltslose Aussagen…in welcher Weise? In welcher Form? Die simple Aussage „Online-Diskussionen könnten gut sein“ sollte ausführlich begründet angeführt werden. Beachten wir doch allein auch, dass nicht unbedingt jeder Schüler mit seinem Lehrer befreundet sein will und man doch eigentlich schlecht vorgeben kann, dass man sich irgendwie Online anmelden soll, damit eine Online-Diskussion geführt werden soll.

So komme ich dann doch wieder auf den Anfang zurück. Wer meint er kann das alles machen und will sich darum kümmern und tun und machen … der soll das gerne tun. Jeder so wie er will. Aber es kann meiner Meinung nach nicht schaden, dies zumindest mit einem zweiten Profil zu machen, um sich ein wenig Distanz zu wahren und nicht zu viel privates für Schüler zugänglich zu machen. Und wenn man ein zweites Profil fordert, kann ich das auch durchaus nachvollziehen!

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